Santu Mofokeng

Presseinformation
Santu Mofokeng | Chasing Shadows: Magic and Disease | Bogen 51
21. November – 22. Dezember 2006, Dienstag bis Samstag, 11-18 Uhr
Eröffnung: Samstag, 18. November 2006, 18 Uhr

Wir freuen uns, die kommenden Einzelausstellungen von Santu Mofokeng und Pablo Pijnappel bei carlier | gebauer ankündigen zu können.

Santu Mofokengs über Jahre hinweg fortgesetzte Werkserie „Chasing Shadows“ lotet die Bedeutung von Landschaft als Erinnerungsraum und Ort des magischen Denkens aus. Im neusten Komplex „Magic and Disease“ ist er zu den Höhlen nahe Clarens im Free State in der Umgebung von Johannesburg gefahren. Dieses Höhlenareal gehört zu jenen heiligen Orten in Südafrika, die von religiösen Gemein-schaften als Raum des Zusammenlebens und der rituellen Praxis genutzt und von vielen Schwarzafrikanern als Ort spirituellen Beistands aufgesucht werden. Dieses Ereignis der Spiritualität in den und um die Höhlen, die Behausung und Landschaft zugleich sind, hat Mofokeng fast haptisch greifbar in seinen Schwarz/Weiß-Fotos festgehalten. Mit dieser Serie greift Mofokeng ein enorm aktuelles und brisantes Thema auf: die Frage nach dem Status des Glaubens als sinnstiftendem, integrierendem Moment aber auch als Instrument von Macht im politischen Diskurs.

Das, was sich nicht nur der Fotografie entzieht, das Magische, die Überschüssigkeit des Höhlenortes, scheint in Mofokengs Repräsenta-tionen anwesend zu sein, vermittelt über eine Darstellungstechnik von minutiösem Licht- und Schatteneinsatz. Die Lichtführung modelliert das Mythische der Dinge und Menschen heraus, die plastisch präsent und weit entrückt auf einmal erscheinen. Diese im Foto deutlich sichtbar stehen bleibende Re-Inszenierung unterscheidet Mofokengs Landschaften maßgeblich von Dokumentar-fotografie. Die Fotoserie ist eine Narration über den Ort und die sich dort manifestierende Geschichte des Landes Südafrika, da sich in den heiligen Höhlen afrikanische Stammeskultur, christliche Missionierung und die aktuelle Situation überblenden zu einem kulturellen Raum, dem einzelne, verschiedene Schichten und Splitter eingeschrieben bleiben. Diese Historizität des Landschaftlichen erscheint im Foto als merkwürdige Ortlosigkeit des Orts, der fast unwirklich nirgendwo und überall in Südafrika sein könnte.

Auf einem der Fotos steht ein Pferd auf einer Lichtung im dichten Wald, mythisch wie ein Einhorn verharrt es in absoluter Stille. Gebrochen wird diese Symbolhaftigkeit - ein Grundelement in Mofokengs Arbeit - und die Schönheit durch die extreme Abmagerung des Tierkörpers, dessen Kopf und viertes Bein vollkommen verschattet sind. In die Serie der magischen Orte schiebt sich eine Metapher der Armut und der brutalen Geschichte des schwarzen Südafrikas ein. Dass Armut eine Seele besitzt – auch davon berichten Mofokengs Fotos seit Jahren beharrlich und eindringlich.

Für ausführliche Presseinformationen und Fotos können Sie uns telefonisch unter +49 (0) 30 240 85 211 kontaktieren.

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