Kailiang Yang

Presseinformation

Kailiang Yang | Bogen 51 und 52
27. Oktober – 22. Dezember 2007, Dienstag bis Samstag, 11-18 Uhr
Eröffnung: Freitag, 26. Oktober 2007, 18 Uhr

Wir freuen uns sehr, die zweite Einzelausstellung von Kailiang Yang bei carlier | gebauer ankündigen zu können. Kailiang Yangs Landschaften, „atmosphärisch dicht aus einem Spannungsbogen zwischen nur Angedeutetem und präzise Wiedergegebenen aufgebaut“, ziehen eine Verbindungslinie zwischen chinesischer und europäischer Tradition der Landschaftsmalerei. Der seit sechs Jahren in Hamburg lebende Künstler bezieht seine Motive aus dem Erleben der Stadt und ihrer unzähligen Ansichten. Seine Bilder sind jedoch weder bloße Abbildungen noch Abstraktionen des Gesehenen, sondern sie überführen Atmosphären ins Material, zeigen erlebte Momente, Bewegungen und deren Stillstand in der Beobachtung.

Die schlichte Schönheit seiner Bilder, die wenigen, gezielt eingesetzten Pinselstriche, die in ihrer technischen Versiertheit und Akkuratesse auf Yangs klassische Malereiausbildung in China zurückverweisen, bringen Stimmungen an die Oberfläche, mehr als dass sie konkrete Schauplätze zeigen. Ein Hinweis auf den Entstehungsort oder die Zeit erfolgt dennoch und zwar mit Titeln wie beispielsweise Sommer, Planten un Blomen oder Gefionstraße. Yang arbeitet im Studio, als Vorlage dienen ihm seine Erinnerungen und Eindrücke, nicht etwa Fotografien; denn es geht ihm um das Festhalten einer Atmosphäre und nicht um eine präzise Darstellung von Stadt, Natur oder Mensch. So erklärt sich die Wiederholung seiner Titel bei jeweils völlig unterschiedlicher Gestaltung: Stadtpark 9 (2007) etwa ist tatsächlich die neunte vom Hamburger Stadtpark inspirierte Arbeit, unterscheidet sich aber in Farbe, Schattierung und Format von ihren Vorgängern, wie auch der ästhetische Eindruck, den die Umgebung hinterlassen hat, jedes Mal anders war.

Eine zweite Richtung in Kailiang Yangs Schaffen wird eben mit Stadtpark 9 sichtbar: Es handelt sich hier nicht um ein ausformuliertes Spiel mit Farben und Schattierungen, mit Schärfe und Unschärfe, sondern um eine reduzierte Konstellation aus scharf gezogenen Linien und klar gemalten Flächen mit wenig Tiefe, die das Medium Malerei als solches reflektiert. Die gestalterischen Mittel des Bildes treten hier in den Vordergrund, die Grundierung etwa wird Teil der Komposition, hält den malerischen Prozess im Bild fest. Yangs Malerei fordert ein gleichsam filmisches Sehen, das kleinste Veränderungen registriert und dem Fließen der Bildoberflächen folgt. Keines seiner Bilder lässt sich auf einen Blick erfassen, sondern jedes entwickelt seine volle Wirkung über einen längeren Betrachtungszeitraum hinweg, in dem die verschiedenen Schichten hervortreten, die Farbtöne mit den Blickwinkeln changieren und Linie und Fläche immer wieder neu zusammengesetzt werden.

Kailiang Yang, 1974 in Jinan/Shandong (VR China) geboren, absolvierte 1992 bis 1994 ein Malereistudium an der Hochschule der Künste Shandong. 2001 kam Yang zum Aufbaustudium an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Dort studierte er bei Olav Christopher Jenssen, Anna Guðjónsdóttir und Norbert Schwontkowski. Er beendete 2005 sein Studium bei Werner Büttner.

Für ausführliche Presseinformationen und Fotos können Sie Bimal Saha unter bs@carliergebauer.com oder telefonisch unter +49 (0) 30 2400 863-17 kontaktieren.
^