Fred Tomaselli
Presseinformation
04. Juni – 09. Juli 2005, Dienstag bis Samstag, 11-18 Uhr
Eröffnung 03. Juni, 18 Uhr
carlier | gebauer eröffnet am 4. Juni 2005 zwei neue Einzelausstellungen.
Im Bogen 51 werden drei neue Arbeiten und eine große Auswahl an Editionen des Amerikaners Fred Tomaselli präsentiert, während im Bogen 52 die zweite Einzelausstellung von Janaina Tschäpe mit einer Fotografieserie und großformatigen, mehrteiligen Zeichnungen zu sehen sein wird.
Fred Tomaselli, geboren 1956 in Santa Monica, USA, lebt seit den 80er Jahren in New York und zählt zu den prominentesten Vertretern seiner Generation. Seine Arbeiten kombinieren Assemblage, Malerei, Relief und Collage zu hybriden Tableaus und vereinigen aesthetische Ansätze von Punk, Tantra, islamischer Ornamentik, der Renaissancemalerei eines Arcimboldo und der naiven Transzendenz eines Rousseau. Tomaselli kommt dabei ohne postmoderne Ironie oder Zitat aus - Technik und Subjekt seiner Arbeit sind gleichbedeutende Partner.
Am augenfälligsten an seiner Arbeit ist die Wahl des Materials: Drogen aller Art und in sämtlichen Formen: Cannabisblätter, Exctasy, Mescalin, vielfach in bunter Pillenform und zu langen Gliederketten angewachsen, bilden sie hinter Kunstharz Kaskaden und abstrakte Formen. Weiter durchsucht Tomaselli anatomische Bücher, Magazine, und schneidet aus:
hunderte Körperteile wie Augen, Münder, Ohren, Geschlechtsteile, Blüten, Schmetterlinge, Vögel, Blätter uvm. Zusammen mit sehr cleaner Acrylmalerei entstehen Bilder, die vor Realismus und Organik überquellen. Dennoch ist das Subjekt seiner Arbeit ein ungreifbares: Transzendenz, das Andere, das Ferne; die Idee, dass jede Gesellschaft um diese Idee errichtet ist. Man findet das Versprechen im Konsum, in Drogen, in der Religion und in der Technologie. Seine Bilder sind kein Fenster, sondern der Nachweis über die vielfältigen menschlichen Versuche, Physis und Geist neu zu rekonfigurieren.
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